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Bischof Eleganti über die vom Vatikan verordnete „synodale Beschäftigungstherapie“

29. Mai 2026

Aus dem Blog von Bischof Marian Eleganti

6 - Kirchenkrise

Das Photo zeigt den Blick von oben in ein verwirrend spiralförmiges Treppenhaus in leuchtenden Farben.

Verwirrende Perspektiven

Was von Rom kommt, ich meine die Werkstatt des universalkirchlich ausgerufenen synodalen Prozesses, ist Menschenweisheit. Offensichtlich haben die Protagonisten nichts Besseres zu tun, als immer wieder Aufträge an die Ortskirchen zu erteilen, wie der sy­no­dale Prozess, eine Totgeburt von Anfang an, verwaltet und am Laufen gehalten werden soll. Sie glauben, sie könn­ten den Hl. Geist kanalisieren und er würde den Weg zu den Gläubigen durch die von ihnen gelegten Pipelines einschla­gen. Das Ergebnis ist die Bürokratisierung einer angestreb­ten Erneuerung und Mission.

Das breite und einfache Volk Gottes steht abseits. Die haupta­mtlichen Akteure dieser disfunktionalen Gremienkriche sind es, die für teures Geld mit den in Auftrag gegebenen Steuerungselementen und synodalen Papieren be­schäftigt sind. Es schaut dabei nichts anderes heraus als immer wieder neu zu lesende Dokumente, heterodoxe Studienergebnisse und neu ausgeklügelte Gremien (zu den vielen, bereits bestehenden).

Dabei würde genügen, wenn jeder Katholik wirklich einer wäre: Salz der Erde. Der Hl. Geist würde durch ihn wirken. Aber am Werk sind Berufskatholiken, die in ihrer Freizeit wieder Pause machen. Viele von ihnen besuchen nicht einmal regelmässig die Sonntags­messe. Aber natürlich wissen sie, wie man die Kirche erneuern muss, Das kann man dann nachlesen, klug Ausgedachtes.

Das gilt auch für die Erfinder dieses synodalen Prozesses in Rom. Es ist inzwischen so­wie­so deutlich geworden, was der Prozess will: einen Umbau der bisherigen und unver­rückbaren Lehrpositionen in Bezug auf Scheidung und Wiederverheiratung, Homo­exualität (die ganze Queer-Agenda), die synodale Demokratisierung der Kirchenleitung, neue Ämter für die Frau, ökumenische und interreligiöse Fortschritte auf Kosten der eigenen Katholizität. Diese muss man ja in der Tat suchen. Die propagierte Inklusion betrifft hauptsächlich die Normalisierung der Homo­sexualität in der Kirche und ist nichts anderes als eine Revision ihrer Lehre bei den seit 60 Jahren immer gleichen Themen. Viel Brimborium um eine leicht zu durchschauende Agenda. Anscheinend haben wir genügend Homosexuelle im Klerus und in der kirchlichen Hierarchie, die genauso penetrant und unermüdlich wie in der übrigen Gesellschaft uns die Regenbo­genfarben bei jeder sich bietenden Gelegenheit aufs Auge drücken und sich ihrem Ziel näher glauben denn je.

Aber dass die Konzilsdokumente nicht mehr gelten, verwundert schon. Das Konzil sprach ja noch von einem Wesensunterschied des geweihten Priestertums gegenüber dem nichtgeweihten allgemeinen; es sprach von der Einheit von Weihe und Jurisdiktion/ Leitung, von einem hierarchisch geordneten Volk Gottes. Alles Schnee von gestern! Heute zerstören diese vom Konzil gewünschte Einheit von Weihe und Leitung (Juris­diktion) nicht nur die Piusbrüder (ihre Weihbischöfe ohne Jurisdiktion), sondern auch jene, die in Rom und bei uns Laien zu Vorstehern bzw. Präfektinnen von Dikasterien machen mit Bischöfen als ihren subordinierten Assistenten oder Co-Chefs, bei uns zu Gemeindeleitern und Vorstehern von Seelsorgeeinheiten und Pfarreien mit sog. mitar­beitenden Priestern als ihre Untergebenen.

Aber sie machen die Rechnung ohne den viel zitierten Hl. Geist. Er schlägt ganz andere Wege ein. Schaut Euch die vielen jungen Taufbewerber an, ein sich ausbreitendes Phä­no­men, aber keine Frucht des synodalen Prozesses.

Die Kirche würde sich besser der liturgischen Frage zuwenden, wenn sie nicht zusehen will, wie ihr die Felle weiterhin davonschwimmen, bachab. Das ist genau, was ich diesem synodalen Prozess wünsche, von dem ich nichts erwarte. Bisher hat er ja auch in der Tat nichts gebracht ausser hauptamtliche Geschäftigkeit, ein Overkill an Worten und Direk­tiven, aber kein übernatürliches Leben in den Herzen der Gläubigen. Dieses käme von einer wirklichen Bekehrung, von der Hingabe des eigenen Blutes. Die Prozesse sind im Gegensatz dazu Kopfgeburten; sie gehen nicht ins Blut, wenigstens nicht in meines. Wahrscheinlich bin ich nicht der Einzige.

Man wird sehen, dass dieser Versuch, die Kirche zu erneuern und im Sinne der eigenen Interessen neu zu formatieren – denkt an den propagierten Paradigmenwechsel von der apostolischen zur synodalen Kirche - scheitern wird. Schlimmer noch, er ist schon heute ein Beschleuniger zentrifugaler Kräfte und neu drohender Schismen, innerer und äus­serer!

Vielleicht sollten wir wieder den Altar zur Mitte der Kirche machen. Vielleicht sollten alle in der Kirche bedenken, dass es ohne den Priester keine Hl. Messe gibt, und ohne die Hl. Messe keine Kirche. Eine priesterlose Kirche wird verschwinden, von der einige bei uns träumen, die den Priester marginalisieren oder verdrängen und meinen, es hätte die Stunde der Laien geschlagen.

Viele junge Menschen fühlen sich deshalb von der alten Liturgie so angezogen. Sie aber ist still (vor allem beim Höhepunkt). In der Konzilskirche wird ständig geredet, liturgisch und synodal. Es besteht geradezu ein Zwang dazu, weil das Geheimnis wegfällt, vor dem man niederkniet, um alles von CHRISTUS zu empfangen, was wirkliches Leben bringt. Wir müssten uns wieder umdrehen, uns hinwenden, zu IHM aufschauen. Die Priester aber schauen ins Volk, dieses thematisiert sich selbst nach sekundären Kategorien und feiert dann Liturgie als Subjekt derselben. Der Priester ist nur Vorsteher der Versamm­lung. CHRISTUS, die Hauptattraktion (buchstäblich und wörtlich!) jedes Gottesdienstes gerät aus ihrem Blick. Sogar der Papst verdrängt IHN in den Papstmessen, die vor allem zu einer Begegnung mit ihm, dem Papst (-Superstar?) werden, nicht mit CHRISTUS. Über all das sollte man nachdenken, nicht unbedingt reden, sondern es ändern, jeder für sich!

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